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Screening für Muskel-Skelett-Erkrankungen mit dem FMS

Aktualisiert: 29. Nov. 2023



Hintergrund:

Rund 80% der Menschen erkranken mindestens einmal im Leben an Muskel-Skelett-Erkrankungen. Sie zählen damit zu den am häufigsten in der Bevölkerung verbreiteten Erkrankungen und werden daher auch als Volkskrankheit bezeichnet.

Unter dem Begriff Muskel-Skelett-Erkrankungen versteht man alle gesundheitliche Probleme der Gelenke und der daran beteiligten Strukturen wie Muskeln, Sehnen, Bänder, Knorpel sowie Gefäße und Nerven; sprich alles von Knie-Arthrose, Bandscheibenschäden, Schulterschmerzen, fällt in die Kategorie Muskel-Skelett-Erkrankungen. Zusammengenommen sind sie auch die häufigste Ursache für Fehltage am Arbeitsplatz.

Ursachen:

So vielseitig die Muskel-Skelett-Erkrankungen in ihrer Erscheinung sind, so unterschiedlich können hier auch die Ursachen sein. Generell kann die Ursache jedoch meist auf z.B. körperliche Fehlbelastungen, dem (falschen) Heben / Tragen schwerer Lasten oder Zwangshaltungen bzw. einseitige Belastungen wie permanentes Sitzen zurückzuführen sein.

Unser Körper ist für Bewegung konzipiert und funktioniert nach dem Prinzip “use it or lose it”, alles, was wir nicht regelmäßig von unserem Körper abverlangen, wird eingestellt, eingeschränkt oder abgeschafft. Dazu zählt die Leistung des Herz-Kreislauf-Systems bei unzureichender Belastung in Form von Ausdauersport, einzelnen Muskeln und sogar die Funktionsweise ganzer Gelenksysteme.

Problem:

Die Bequemlichkeit eines modernen Alltags hinterlässt mit der Zeit und ohne Gegenmaßnahmen oft Spuren in Form von Bewegungseinschränkungen bzw. verminderter Beweglichkeit. Diese bleiben oberflächlich meist lange unentdeckt und fallen selten auf, da unser Körper diese zunächst gut kompensieren kann. So kann z.B. eine mangelnde Streckfähigkeit im Hüftgelenk durch eine Überstreckung in der Lendenwirbelsäule mit dem Ziel des aufrechten Stehens ausgeglichen werden ohne zunächst größere Schwierigkeiten zu verursachen.

Langfristig jedoch können derartige kompensatorische Bewegungen zum Ausgleich unzureichender Beweglichkeit (bzw. unzureichender motorische Kontrolle) zu schwerwiegenden Überlastungsschäden führen. Im oben erwähnen Beispiel kann davon ausgegangen werden, dass z.B. mit jedem Schritt (Hüftstreckung) eine Überlastung im Bereich der Lendenwirbelsäule erfolgt, die das Bewegungsproblem ausgleichen muss. Überlastungen, Schmerzen und gar degenerative Schädigungen in diesem Bereich sind damit nur noch eine Frage der Zeit.

Lösung:

Wie weiß man jetzt, ob man bereits Bewegungseinschränkungen hat und ob diese zu kompensatorischen Ausgleichsbewegungen führen?

Um im medizinischen Bereich festzustellen, ob man z.B. für ein bestimmtes Krankheitsbild ein erhöhtes Risiko in sich trägt, gibt es die sogenannten Vorsorgeuntersuchungen, auch Screenings genannt. Beispiele hierfür sind das Hautkrebs-Screening oder das Mammographie-Screening. Durch eine derartige Untersuchung kann man, bei positivem Ergebnis, frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen beginnen und dadurch schwerwiegendere Risiken minimieren.

Auch im Bereich der Muskel-Skelett-Erkrankungen gibt es zum Glück ein derartiges Screening: der Functional Movement Screen.

Ein FMS ist ein Screening des Bewegungsapparats, basierend auf sieben Grundbewegungsmustern. Er ist zwischenzeitlich mehrfach durch wissenschaftliche Studien evaluiert worden und kann nachweislich und zuverlässig ein erhöhtes Risiko zu Überlastungsschäden aufdecken, bevor es zu Schmerzen oder größeren Verletzungen kommt.

Im Profi-Sport ist dieser Test längst schon zum Standard geworden. Denn selbst ein Sportler, der Höchstleistung bringt, kann verborgene falsche Bewegungsmuster haben und damit ein erhöhtes Verletzungspotential aufweisen. Derartige Einschränkungen frühzeitig erkennen zu können, kann also absolut von Vorteil sein.

Natürlich macht das nicht nur im Profi-Bereich Sinn. Auch und besonders bei Hobbysportlern, die in aller Regel wesentlich weniger Betreuung durch geschultes Trainerpersonal haben, macht ein derartiges Screening Sinn, um frühzeitig eventuellen Schwachstellen richtig entgegen wirken zu können.

Wenn auch du von den Vorteilen eines Functional Movement Screens profitieren und potentielles Verletzungs-/Überlastungspotential wissen möchtest, dann schreibe uns gerne eine Nachricht.




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